FAQs

Fragen zu Narbe, Verklebung und Verwachsung

Was sind Adhäsionen, Verklebungen und Verwachsungen?

Adhäsionen, Verklebungen und Verwachsungen sind verdichtete Strukturen aus Bindegewebe, die ihre ursprüngliche Flexibilität verloren haben. Diese verhindern, dass sich die Haut und die einzelnen Gewebeschichten leicht und flexibel an einwirkende Kräfte anpassen können. Es kommt zu verklebten Gewebeschichten, die normalerweise zueinander und miteinander frei beweglich sein sollten.

Das passiert einerseits im Zuge des normalen Wundheilungsprozesses automatisch, um einen Defekt zu heilen. Andererseits kann es durch Schonhaltungen und Ruhigstellung zu weiteren Verklebungen und Verwachsungen kommen, die den Körper beeinträchtigen und in Bereichen „erstarren“ lassen, wo eigentlich Beweglichkeit und Flexibilität im Gewebe benötigt wird.

Auch oberflächlich gut verheilte Narben, die im Außen unauffällig und schön aussehen, können in den darunterlegenden Gewebeschichten Adhäsionen, Verklebungen und Verwachsungen aufweisen.

Meine Narbe entzündet sich und nässt auch nach einem Jahr manchmal. Ist das normal?

Nein, das sollte eigentlich nicht sein. Aus irgendeinem Grund konnten in diesem Fall die Wundheilungsprozesse der Narbe nicht abgeschlossen werden. Sind Entzündungsherde oder Infektionen ausgeschlossen worden, kann ein simpler Grund dafür sein, dass sich im operierten Bereich nach der Heilung der tiefen Gewebeschichten zu viele Verklebungen ausgebildet haben. Sie üben anschließend eine ständige Spannung von Innen auf die oberflächliche Narbe aus. Diese Verklebungen kann man sich wie „Seile“ oder „Knoten“ vorstellen, die sich nun zwischen Gewebeschichten aufspannen, die vorher frei zueinander beweglich waren. Sie schränken einerseits die Beweglichkeit ein, andererseits verhindern sie auch eine entspannte und flüssige Versorgung und Durchblutung des Areals der Operation. Dies kann dazu führen, dass der Körper irritiert bleibt und die Narbenheilung nicht zum Abschluss kommt. Unter Berücksichtigung möglicher offener Stellen sollte durch eine entsprechende Narbentherapie und mit Hilfe der LK-Eigenübungen das ganze Gewebeareal dabei unterstützt werden, wieder möglichst verschieblich und weich zu werden.

Was passiert bei kleinen Narben zum Beispiel im Gesicht? Oder bei Muttermal-Operationen?

Kleine Hautnarben, wie sie beispielsweise nach oberflächlichen Wunden oder Abschürfungen oder auch nach Muttermalentfernungen entstehen, hinterlassen oftmals kaum eine Narbe bzw. so eine geringe Beeinträchtigung im Gewebe, dass sie kein oder kaum ein Störfeld bilden. Die Verklebungen sind meist gering und betreffen nur die oberflächlichen Gewebeschichten. Das bedeutet, dass Körperbewegungen durch die Narbe nicht gravierend eingeschränkt oder behindert werden.

Das Störfeld und die Auswirkungen auf das restliche Bewegungssystem hängen vor allem von der Tiefe der Wunde ab. Je tiefer und größer eine Wunde ist, desto eher sind Gewebeschichten betroffen, die in einer dynamischen Wechselwirkung mit der Muskulatur stehen und sich deshalb auf den restlichen Körper auswirken.

Mein Kaiserschnitt war vor fast zwei Jahren. Ich habe eine Keloidnarbe (=überschießendes, gerötetes, schmerzhaftes Narbengewebe) . Kann man da noch etwas dagegen machen?

Die Mechanismen, die zur Ausprägung einer Keloidnarbe führen, sind leider noch nicht klar erforscht. Bei Keloidnarben kommt es zu überschießenden Entzündungsprozessen im Narbenbereich, die nicht zur Ruhe kommen. Unterschiedliche Ansätze können hier versucht werden, um die überschießende Gewebeproduktion zu beruhigen. Narbensalben oder -öle mit entzündungshemmenden Substanzen, Silikonpflaster oder auch die Behandlung mit Rotlicht oder mit einem Laser können die Narbe positiv unterstützen.

Gleichzeitig ist es wichtig, dass das Gewebe rund um die Narbe und in der Tiefe frei beweglich und verschieblich ist, um eine entsprechende Versorgung und Durchblutung zu gewährleisten. Finden sich viele harte Stellen, Knubbeln oder eine Festigkeit in dem Bereich um und unter der Narbe, dann ist es zusätzlich wichtig, diese verklebten Gewebeschichten so zu behandeln, dass sie wieder weich und verschieblich werden. Dafür eignen sich die LK-Eigenübungen sehr gut.

Alternativ lösen manche Hautärzte auch ambulant die oberflächlichen Vernarbungen mit einem kleinen Messer und erhöhen so die Beweglichkeit der Gewebeschichten.

Nach einer Bauchdeckenstraffung hat sich bei mir eine Keloidnarbe gebildet. Ist es sinnvoll sie mit dem Laser nachbehandeln zu lassen?

Der Laser unterstützt dort, wo noch Entzündungsprozesse zum Abschluss gebracht werden. Wenn die Narbe rot, gespannt und schmerzhaft ist oder auch nur gerötet ist, dann kann er zur Beruhigung beitragen. Empfehlenswert sind dafür eine kalte Rotlichttherapie oder aber handliche Laser-Pens von unterschiedlichen Herstellern. Haben sich zusätzlich „Knubbeln“ gebildet, deuten diese auf Verklebungen in den Gewebeschichten unter der Narbe hin. Das heißt, hier gilt es auch die Geschmeidigkeit des Gewebes wieder herzustellen. Ansonsten können diese Verklebungen die Versorgung des betroffenen Bereiches dauerhaft irritieren. In Folge können Entzündungen bestehen bleiben.

Was sind Verklebungen? Was sind Verwachsungen?

Verklebungen und Verwachsungen entstehen in unserem Körper während des Heilungsprozesses nach einer Operation. Unser Bindegewebe ist als Netzwerk aufgebaut, das den ganzen Körper von der Oberfläche bis in die Tiefe umhüllt. Damit wir uns leicht und frei bewegen können, Muskeln ansteuern und kraftvolle Bewegungen durchführen können, ist es notwendig, dass sich alle Gewebeschichten gut verschieben lassen, ausdehnen, elastisch und geschmeidig sind. Verklebungen und Verwachsungen stellen verdichtete, starre Strukturen aus Bindegewebe dar, die ihre ursprüngliche Geschmeidigkeit und Beweglichkeit verloren haben. Sie verbinden Gewebeschichten, die normalerweise zueinander und gegeneinander frei beweglich und verschieblich sein sollten.  

Verklebungen entstehen im Zuge des normalen Wundheilungsprozesses, um die Wunde zu schließen und anschließend zu heilen. Je größer die Wunde ist, desto größer sind die einsetzenden Wundheilungsreaktionen. Sie gehen einher mit Schwellung, Schmerz bzw. Schonhaltung oder Ruhigstellung und zeitweiligem Bewegungsverlust in diesem Bereich. Diese Reaktionen bestimmen u.a. das Ausmaß der Bildung von Verklebungen mit. Auch oberflächlich gut verheilte Narben, die im Außen unauffällig aussehen, können in den darunterliegenden Gewebeschichten Verklebungen und Verwachsungen aufweisen. Enges und starres Gewebe entsteht dann dort, wo eigentlich Beweglichkeit und Flexibilität benötigt wird.

Gehen Verklebungen von alleine weg?

Verklebungen sind das Resultat einer Wundheilung. Sie sollen die beschädigten Gewebeflächen wieder miteinander verbinden. Es sind feste und zähe Strukturen, die im Heilungsprozess entstehen und anschließend auch bestehen bleiben. Fast immer werden Verklebungen vom umliegenden beweglichen Gewebe kompensiert. Denn das ist für den Körper einfacher als die Verklebungen zu verändern. Das heißt für uns: Verklebungen verschwinden nicht von alleine. Damit der Körper in den eingeschränkten Gewebeschichten bis in die Tiefe hinein wieder seine Geschmeidigkeit erlangen kann, benötigt er Unterstützung durch eine Narbentherapie. Diese muss den ganzen Körper in seiner Bewegung ansprechen, so wie es im Liedler-Konzept passiert.

Können Verklebungen nach Operationen auch wieder zurückkommen?

Diese Frage kann man klar mit Nein beantworten. Einmal gelöste Verklebungen kommen nicht wieder. Die LK-Narbentherapie zielt darauf ab, Umbauprozesse im Gewebe hervorzurufen. Da sich der Körper ständig optimiert und sich an neue Möglichkeiten und Gegebenheiten anpasst, übernimmt er im Normalfall dauerhaft die neue Bewegungsfreiheit, die durch die LK-Eigenübungen oder durch die Behandlung gewonnen wurden. Er gliedert sie optimal in das alltägliche Körpererleben und in die Bewegung ein. Da keine neue Wunde im Gewebe gesetzt wird, auf die mit einer Schonhaltung und Ruhigstellung reagiert wird, bleibt das neue Bewegungsausmaß erhalten und die Verklebungen kommen nicht wieder.

Ab wann darf ich wieder Sport machen? Gibt es Belastungen, die schädlich für die Narbe sind?

Grundsätzlich sollte man die Dauer der Wundheilung abwarten, bis man wieder uneingeschränkt Sport betreibt. Die individuelle Sportfreigabe hängt von der Größe der Operation ab und von dem, was der Chirurg gemacht hat. Dies ist bitte immer individuell mit dem betreffenden Chirurgen abzusprechen.

Grundsätzlich macht es Sinn, den Körper langsam und achtsam – entsprechend dem Schmerzempfinden und dem eigenen Körpergefühl – wieder an sportliche Belastung heranzuführen, um die Geschmeidigkeit und Flexibilität des Narbengewebes wiederherzustellen und zu erhalten.

Dabei gilt: Fordern, aber nicht überlasten! Achtsame Bewegung ist deshalb wichtig, weil der Körper das neue Gewebe in den ersten Wochen und Monaten nach der Operation neu ausrichtet. Er orientiert sich dabei an den Belastungsimpulsen, die er erhält. Schonhaltungen sind daher möglichst gering zu halten, damit das neu gebildete Gewebe im Sinne von Beweglichkeit nicht „falsch“ aufgebaut wird. Das heißt: Bei der Ausführung von Bewegung und Sport ist es wichtig, sich immer am eigenen Wohlgefühl zu orientieren. Es ist alles erlaubt, was sich gut, angenehm und schmerzfrei anfühlt. Gleichzeitig ist es normal, wenn anfangs während bestimmter Bewegungen beim Sport ein ziehendes Gefühl im Narbenbereich auftritt. Dieses sollte bei weiterer Ausführung der Bewegungen jedoch sukzessive weniger werden und keine „Nach-Schmerzen“ verursachen. Sollten nach dem Sport anhaltende Schmerzen zurückbleiben und Schwellungen auftreten, dann wurde die Grenze der Belastbarkeit definitiv überschritten!

Fragen zur LK-Narbentherapie

Tut die Narbentherapie weh?

Ja, meistens schon. Wichtig ist jedoch zu wissen, dass alle angewandten Techniken IMMER individuell an das jeweilige Empfinden angepasst und entsprechend dosiert werden!

Die gesetzten Reize im Zuge der Therapieeinheit passieren IMMER in Rücksprache und Einverständnis mit der/dem jeweiligen PatientIn.

Mit welchen Reaktionen oder Schmerzen kann/muss ich rechnen während der Narbentherapie?

Während der Behandlung kann Schmerz auftreten, der jedoch schnell wieder nachlässt. Die manuellen Techniken werden in jedem Einzelfall an Sie angepasst und die Stärke jederzeit moduliert, pausiert, und die Technik bzw. die Behandlung auf Wunsch auch abgebrochen.

Was ist der Sinn einer Narbentherapie?

Bei der Narbentherapie geht es darum, mittels bestimmter manueller Techniken und Mobilisationen des Liedler-Konzeptes,  die entstandenen Verklebungen und Verwachsungen im Gewebe zu lösen, aufzubrechen und das Gleitverhalten der einzelnen Gewebeschichten zueinander zu verbessern bzw. wiederherzustellen.

In jedem Fall werden Sie nach der Narbentherapie auch eine bessere Beweglichkeit und Mobilität im Narbenbereich und in den umliegenden Gewebestrukturen wahrnehmen. Das führt zu einer Entspannung im gesamten Körper. Die Atmung kann wieder besser fließen und sich im Körper ausbreiten. Schmerzen im Narbenbereich und/oder auch Verspannungszustände in anderen Körperbereichen lassen nach und Sie fühlen sich wohler in Ihrem Körper.

Warum sind die Behandlungen so schmerzhaft? Müssen die Behandlungen so schmerzhaft sein?

Bei der Narbenbehandlung geht es darum die entstandenen Verklebungen im Gewebe zu lösen und das Gleitverhalten der einzelnen Gewebeschichten zueinander zu verbessern bzw. wiederherzustellen.

Da die Verklebungen teilweise innerviert und durchblutet sein können und Narbengewebe oft sensibler auf Schmerz reagiert, ist die Behandlung teilweise schmerzhaft und kann auch blaue Flecken hinterlassen.

Was passiert bei der Narbentherapie?

Adhäsionen, Verwachsungen und Verklebungen sind verdichtete Strukturen aus Bindegewebe, die ihre ursprüngliche Flexibilität verloren haben. Diese verhindern, dass sich die Haut und einzelnen Gewebeschichten leicht und flexibel an einwirkende Kräfte anpassen können.

Verklebungen verhindern Bewegung zwischen Gewebeschichten die normalerweise zueinander und miteinander frei beweglich sein sollten. Bei der Narbenbehandlung geht es darum, diese Verklebungen aufzulösen und dort aufzubrechen, wo sie den Körper erstarren lassen. Damit wird dem Gewebe ermöglicht die Struktur zu verändern, neu auszurichten und die Gewebebeweglichkeit wiederherzustellen.

Welche Nachreaktionen können auftreten?

Das Auftreten von ziehenden Schmerzen, Muskelkatergefühl und Gefühl von Wundsein nach der Narbentherapie ist normal und verschwindet im Normalfall innerhalb von 2-7 Tagen. Blaue Flecken und kleine Hautrisse entstehen nur in Körperarealen mit starken Verklebungen und darunterliegenden Verwachsungen/Adhäsionen, wenn sich diese lösen!

Die Veränderung dieser verklebten und starren Gewebestrukturen kann ein wundes Gefühl bzw. Ziehen im betroffenen Bereich, gelegentlich blaue Flecken oder oberflächliche Hautveränderungen wie leichte Schürfwunden zur Folge haben. Spürbar ist in jedem Fall auch eine deutliche Verbesserung der Flexibilität des Narbengewebes und des betroffenen Bereiches und eine Erleichterung im Körper.

Bei Sorgen und Bedenken nehmen Sie bitte unbedingt Kontakt auf und halten Rücksprache (+43 6607642402)!

Was ist zu tun beim Auftreten von Rötungen, blauen Flecken oder kleinen Hautrissen?

Kleine Hautrisse sind bitte wie oberflächliche Wunden zu behandeln und gegebenenfalls mit Bepanthen oder einer ähnlichen Wundsalbe einzuschmieren.

Blaue Flecken sind sehr unangenehm und verursachen das meiste Wundgefühl. Diese vergehen von selbst wieder.

Grundsätzlich gilt: gut in den behandelten Bereich hineinatmen und den Alltag, Sport und Bewegung normal und an das Körpergefühl angepasst weiterführen.

Bei Sorgen und Bedenken nehmen Sie bitte unbedingt mit mir Kontakt auf und halten Rücksprache mit mir (+43 6607642402)!

Kommen die Verklebungen wieder?

NEIN, größtenteils nicht. Da der Körper ständig optimiert und sich an die neuen Möglichkeiten und Gegebenheiten anpasst, übernimmt er im Normalfall die gewonnene Bewegungsfreiheit und übernimmt sie in das mögliche Körpererleben und in die Bewegung. Da die Behandlung so ausgerichtet ist, dass Sie danach den Alltag normal weiterführen können, wird die gewonnene Gewebebeweglichkeit automatisch ins Körperbild eingeflochten.

Wieviele Narbenbehandlungen brauche ich?

Im Normalfall kann man mit 2 – 3 Behandlungen rechnen, um eine spürbar, deutliche Verbesserung der Narbe UND des Körpergefühls zu erreichen. Bereits nach der ersten Behandlung ist die Veränderung an der Narbe und im Körper spürbar.

Meine Narbe ist schon mehrere Jahre alt. Hilft mir eine Narbentherapie da noch weiter?

JA! Der Unterschied liegt nur in der Häufigkeit der Behandlungseinheiten. Grundsätzlich gilt: je älter eine Narbe ist, desto öfter muss man sie behandeln, da sich die Adhäsionen/Verwachsungen/Verklebungen mit den Jahren weiter verfestigen und der Körper zusätzlich Kompensationsmuster entwickelt.

Ich hatte mehrere Operationen. Was heißt das für mich?

Jede Operation bzw. Narbe hinterlassen Spannung im Körper.

Jede weitere Operation desselben Körperareals verstärkt die bereits vorhandenen Verklebungen und Verwachsungen. Zusätzlich entwickelt der Körper Kompensationsmechanismen, um die Narben so gut es geht einzugliedern, damit uns nicht auffällt, dass wir eine oder mehrere Narbe/n haben.

Für die Narbentherapie heißt das, dass oft mehrere Behandlungen über einen längeren Zeitraum nötig sind, um die Narben gut in den Körper einzugliedern.

Wann ist meine Narbe gut?

Prinzipiell ist jede Narbe Teil der persönlichen Lebens- und Körpergeschichte, die immer da sein wird. Deshalb ist es sinnvoll und wichtig sich bei Bedarf immer wieder mit der Narbe zu beschäftigen. Anfangs öfter, später vielleicht nur noch ab und an. Eine Narbe ist dann richtig gut, wenn sie funktionell keine Einschränkung im Körper hinterlässt und sich fein anfühlt.

Es war jetzt einige Wochen/Monate gut. Jetzt fühlt es sich wieder so an wie vorher. Sind die Verklebungen zurückgekommen?

NEIN, das ist meistens nicht der Fall. Alles, was gelöst ist, wird über die normale Alltagstätigkeiten auch in Bewegung gehalten. Was wahrscheinlicher ist, ist, dass sich tiefere Gewebeschichten jetzt zeigen, die weitere Verklebungen beinhalten. Diese waren vorher gut durch die äußeren Verklebungen fixiert und dadurch nicht/kaum spürbar. Durch die gewonnene Mobilität kann es sein, dass sie jetzt auf Zug gehen und spürbar werden. Das kann sich so anfühlen, als ob sich nichts verändert hätte und alles wieder zurückgekommen ist. Das stimmt aber nicht!

Im Normalfall ist es tatsächlich so, dass der Körper einfach die nächsten Schichten aufzeigt, wo er Hilfe und Unterstützung braucht, um sie zu lösen.

Sollte dann nicht nach jeder Operation prophylaktisch die Narbe behandelt werden?

JA, meiner Meinung nach schon. Da die Verklebungen im Bauchraum durch die normale Wundheilung bereits innerhalb der ersten 8 Tagen entstehen und danach sukzessive verdichtet werden, ist es meiner Meinung nach wichtig so früh wie möglich mit der Narbentherapie zu beginnen, um den Körper beim Erhalten seine Flexibilität zu unterstützen und Verklebungen und Verwachsungen vorzubeugen.

Kann man kurz nach der Operation schon mit so intensiven Techniken arbeiten?

NEIN! Mittels sanfter Techniken des Liedler-Konzeptes kann man den Körper unterstützen die Spannung im Wundgebiet bestmöglichst abzubauen und auszubalancieren. Dadurch wird die Durchblutung und Versorgung des Operationsgebietes und die Entspannung  gefördert. Je entspannter das Gewebe, desto besser laufen die Wundheilungsprozesse ab.

Wieso ist die Atmung so wichtig? Was hat es mit der Atmung auf sich?

Im Normalfall ist es so, dass die Betroffenen aus Angst und Anspannung nicht mehr in den betroffenen Körperbereich hineinatmen. Das ist aber besonders wichtig, da diese sanfte Bewegung der Atembewegung eine Schaukelbewegung darstellt, die ermöglicht, dass der Körper sich selbst und auftretende Spannungen ausbalancieren und optimale Bedingungen für die Wundheilung herstellen kann.

Ziel des Liedler-Konzept und der prä- und postoperativen Begleitung ist es, den Körper so zu unterstützen, dass optimale Bedingungen für den Ablauf der Wundheilungsprozesse hergestellt und gleichzeitig Verklebungen und Verwachsungen vorgebeugt werden.

Ich habe nur eine Laparoskopie gehabt, brauche ich dann auch eine Narbenbehandlung?

JA! Auch wenn die operativen Eintrittsstellen von außen minimal und kaum zu sehen sind, passiert im Inneren des Bauches eine ganze Operation! Dabei wird geschnitten und genäht, was zu Blutungen führt, die wiederum Verwachsungen begünstigen. Der Bauch wird mit einem Gasgemisch aufgeblasen, das die Schleimhäute austrocknen kann und auch wiederum zur Entstehung von Verklebungen/Adhäsionen beträgt.
Auch wenn die Narbe im Außen klein und unscheinbar ist, weiß man nie, wie viele Adhäsionen /Verwachsungen/Verklebungen sich im Inneren gebildet haben!

Ab wann kann ich meine Narbe behandeln lassen?

Wichtig für eine schmale und unauffällige Narbe ist, dass sie möglichst spannungsfrei abheilen kann. Das heißt, dass die oberflächlich sichtbare Narbe mit leichten Verschiebungen und Massagen selbst behandelt werden kann, sobald die Kruste abgegangen und die Narbe geschlossen und gut verheilt ist. Die Verklebungen in den tiefen Schichten, die für die entspannte Beweglichkeit, die Aufrichtung und die Muskelansteuerung von großer Bedeutung sind, können in vollem Ausmaß behandelt werden, sobald der Chirurg die Sportfreigabe erteilt hat.

Wann muss eine Narbe behandelt werden?

Grundsätzlich ist ein Narbencheck ab der Sportfreigabe durch den Chirurgen empfehlenswert. Denn Verklebungen, Verwachsungen und entsprechende Einschränkungen verstecken sich oft hinter gut funktionierenden Kompensationen und werden erst durch gezielte „Provokation“ sichtbar. Ob eine Narbe einer Behandlung bedarf, lässt sich mit dem LK-Narbentest dann leicht und schnell herausfinden. Sollte eine Narbe per se in irgendeiner Art und Weise auffällig sein, sei es, dass sie gerötet, verdickt, wulstig, eingezogen, druckschmerzhaft, sensibel, taub oder wetterfühlig ist, schuppt und juckt oder sich über der Narbe ein „Wulst“ bildet, sollte in jedem Fall eine Narbentherapie durchgeführt werden. Auch ein Ziehen bei Bewegung, ist immer ein Indikator dafür, dass die Verschiebeschichten im Gewebe aufgrund von Narbe und Verklebungen nicht frei gegeben sind. Treten im Laufe der 15 Monate nach der Operation chronische Verspannungszustände in Rücken, Schulter, Nacken oder Schmerzen im Körper auf, die scheinbar therapieresistent sind, sollte man immer auch die Narbe und die Folgen der Operation als Ursache in Betracht ziehen.

Mir wurde ein Netz eingelegt. Kann ich trotzdem mit dem Gewebe arbeiten?

Auch mit einem Netz kann die Narbentherapie durchgeführt werden. Sobald der Chirurg die Sportfreigabe gegeben hat, muss das Netz derart eingewachsen sein, dass Belastungen gut möglich sein können. Das bedeutet gleichzeitig auch, dass das Netz gut in das Verschiebesystem eingebettet ist. Ab diesem Zeitpunkt ist auch Narbentherapie erlaubt.

Meist wird das Netz nur an den Stellen im Bauchraum als unangenehm wahrgenommen, wo es angenäht wurde. Diese betroffenen Stellen lassen sich mit den LK-Eigenübungen schnell, effektiv und nachhaltig behandeln und lösen.

Benötigt man auch nach einer Laparoskopie eine Narbenbehandlung?

Eventuell JA! Auch wenn die operativen Eintrittsstellen von außen minimal und kaum zu sehen sind, wurde im Inneren des Bauches eine ganze Operation durchgeführt! Da wurde geschnitten, gerissen und genäht, Gewebe verletzt, Blutungen ausgelöst. Der Bauch wird bei der Laparoskopie mit einem Gasgemisch aufgeblasen, das die Schleimhäute austrocknen und somit wiederum die Entstehung von Verklebungen und Verwachsungen im Bauchraum fördern kann. Auch wenn der Körper das Ereignis so ausbalancieren kann, dass scheinbar keine Spuren davongetragen wurden, gilt es achtsam in den Körper hineinzuspüren, um mögliche Veränderungen im gesamten Körper festzustellen. Auch das verspätete Auftauchen (bis zu Wochen und Monate nach der Operation) von Verspannungen und Schmerzzuständen in anderen Bereichen des Körpers steht oft ursächlich mit den Narben und Verklebungen in Verbindung. Manche Narben und Verklebungen werden anfangs vom Körper so gut ausgeglichen, dass ihre Folgen erst im Laufe von Jahren erst sichtbar werden, wenn die Elastizität im Körper abnimmt und die Lebensgeschichte weiter Spannung anhäuft.

Ab wann darf ich nach einem Kaiserschnitt einen Narbenroller bzw. eine gute Alternative verwenden?

Sobald die Wunde gut geschlossen und verheilt ist und auch die Kruste abgefallen ist, kann der Narbenroller verwendet werden. Hier ist zu beachten, dass sich die Festigkeit der Narbe erst nach einigen Wochen und Monaten ausprägt. Das bedeutet: Immer eine gesunde Achtsamkeit bei der Narbentherapie mitbringen und auf mögliche Hautreaktionen achten. Anfängliche Rötungen in Zusammenhang mit dem Narbenroller oder einer Narbentherapie sind normal, Gewebeverletzungen oder Wunden sollen keine entstehen.
Zusätzlich ist es wichtig, die Narbe und den Narbenbereich zu berühren, die Haut mit der Narbe in alle Richtungen zu bewegen und die Gewebeschichten zu verschieben. Überall wo sich das Gewebe einzieht oder nicht leicht mitbewegt, sind Verklebungen auch in den darunterliegenden Gewebeschichten vorhanden. Diese sollten über kontinuierliches Bewegen und Mobilisieren mittels lokaler Techniken des Liedler-Konzepts und der LK-Eigenübungen ab Sportfreigabe durch den betreuenden Arzt aufgeweicht werden.

Helfen die LK-Eigenübungen auch bei Endometriose und dadurch entstandenen Verklebungen im Bauchraum?

Da die Verklebungen, die bei der Endometriose entstehen, sowohl im Becken als auch an anderen Stellen im Bauchraum angesiedelt sein können, ist es durchaus möglich manche der Gewebestränge zu behandeln. Mit dem LK-Narbentest können Sie über eine große Hautfalte des Unterbauches testen, ob positive auffällige Zugspannungen spürbar werden, die dann gleichbehandelt werden können. Die genaue Beschreibung des LK-Narbentests finden Sie in dem Ratgeber „Narben nach Operationen im Bauchraum – Selbsthilfe mit dem Liedler-Konzept“, herausgegeben im Springer Verlag.

Mit was für Reaktionen oder Schmerzen muss ich rechnen nach einer Narbenbehandlung?

Die Techniken des Liedler-Konzepts stimulieren gezielt Umbauprozesse im Gewebe, die anschließend in Form eines leicht wunden Gefühls oder eines Muskelkaters spürbar sind, sowie von leichten Rötungen und manchmal auch von leichten Schwellungen begleitet werden. Diese Symptome entsprechen den normalen Reaktionen von Umbauprozessen im Körper und verschwinden im Normalfall nach 2 bis 7 Tagen wieder.
Was Sie aber auch spüren, ist der Zuwachs an Beweglichkeit und Mobilität im Narbenbereich und in den umliegenden Gewebestrukturen. Das führt zu einer Entspannung im gesamten Körper. Die Atmung kann wieder besser fließen und sich im Körper ausbreiten. Schmerzen und Spannung im Narbenbereich und/oder auch in anderen Körperbereichen lassen nach und Sie fühlen sich wohler in Ihrem Körper.

In welchen Abständen sollte ich die Narbe anschauen bzw. behandeln lassen?

Drei bis fünf Behandlungen bei einer spezialisierten LK-NarbentherapeutIn im Abstand von zwei bis vier Wochen haben sich am besten bewährt. In der Zeit dazwischen kann der Erfolg mit der täglichen Anwendung der LK-Eigenübungen beschleunigt werden. Die Anzahl der tatsächlichen Behandlungen hängt dann individuell von der Lebensgeschichte und der erlebten Operationen ab.

Ich habe gehört, dass es zu schmerzhaften Nachreaktionen wie blauen Flecken oder Hautrissen kommen kann. Stimmt das?

Grundsätzlich hält sich das Auftreten von unangenehmen Nachreaktionen bei den LK-Eigenübungen in Grenzen, da Sie immer selbst die Kontrolle über die Intensität der Anwendung haben. Sollte es dennoch zum Auftreten von ziehenden Schmerzen, Muskelkatergefühl und Gefühl von Wundsein, Rötungen oder leichten Schwellungen kommen, ist das normal und sollte innerhalb der ersten Woche wieder verschwunden sein. Das sind alles Symptome eines erfolgreichen Veränderungsprozesses des Gewebes sind und sollten nach 2 bis 7 Tagen wieder verschwunden sein. Blaue Flecken treten nur selten auf, verursachen ein unangenehmes Wundgefühl, hinterlassen aber keine neuen Verklebungen.

Kleine Hautrisse treten in Einzelfällen auf und nur dann, wenn die Einziehungen der Narbe und die Verklebungen schon lange bestehen und über lange Zeit die Haut so verändert haben, dass diese tatsächlich weniger belastbar und brüchig geworden ist. Sollte das der Fall sein, behandeln Sie diese wie je andere leichte Schürfwunde bei Bedarf mit Wundcremen.

Bei allen möglichen Nachreaktionen gilt immer: Je besser Sie in den behandelten Bereich hineinatmen und den Körper so normal wie möglich in Alltag und Sport bewegen, desto leichter können die Veränderungen und das neue Körpergefühl übernommen werden.

Nach einer Behandlung meiner Bauchnarbe habe ich anschließend meine Schulter gespürt. Ist da was falsch gewesen?

Nein. Jeder Mensch ist von Kopf bis Fuß und von der Oberfläche bis in die Tiefe von Bindegewebe umhüllt und verbunden. In diesem Gewebe liegen auch viele Informationssensoren, die Spannungen, Zug und Druck wahrnehmen und diese Information im gesamten System weiterleiten können. Stellen Sie sich die Narbe und die Verklebungen wie ein Knoten in einem T-Shirt vor. Dabei wird der Stoff verengt und es entstehen Gewebezüge im T-Shirt. Übertragen Sie dieses Bild auf den Körper. Offenbar war der Knoten so eng, dass die Züge bis zur Schulter hinaufgereicht haben und diese, ohne, dass Sie es bemerkt haben, beeinflusst haben. Über das Wiederherstellen der Geschmeidigkeit im Gewebe hat dieser Zug nachgelassen und die Schulter konnte darauf reagieren. Oft fühlt es sich ein bisschen wie ein Muskelkater an und vergeht nach ein zwei bis vier Tagen wieder.

Ich habe eine Spirale. Kann ich meine Narben trotzdem behandeln lassen?

Ja. Gewebeschichten sind so aufgebaut, dass sie zueinander und gegeneinander gleiten und sich verschieben können. Da die Techniken auf einem Verschiebeprinzip basieren, werden nur natürliche Reize eingesetzt, wie sie auch im Alltag und bei Bewegungen auf den Körper einwirken.

Störfelder sichtbar und spürbar machen –

der LK-Narbentest

Kann ich selbst herausfinden, ob und wie mich meine Narben (nach Brustkrebs und Kaiserschnitt) beeinträchtigen?

Ja, mit dem LK-Narbentest können Sie die Narbe und das betroffene Gebiet testen und dann auch selbst behandeln. Der Test zeigt sichtbar und spürbar, ob der Körper sich trotz Narbe und Verklebungen frei bewegen lässt. Bei gesundem beweglichem Gewebe ist es möglich einen Teil der Haut und des Gewebes festzuhalten und zu fixieren und gleichzeitig die umliegenden Gelenke frei und schmerzlos durchzubewegen. Besteht bei der Narbe durch die begleitenden Verklebungen eine reale mechanische Unbeweglichkeit, sind bei fixierter Narbe die umliegenden Gelenke nicht mehr frei beweglich. Bei den Narben nach einer Brustkrebsbehandlung könnten Sie probieren die Narbe zu fixieren und dann die Schulter großräumig zu kreisen. Bei einem Kaiserschnitt würde sich anbieten, die Narbe im Sitzen zu greifen und zu fixieren und dann langsam aufzustehen und das Becken zu kreisen. Oftmals rutscht die Haut schon unter den Fingern weg, sobald nach der Fixierung die Bewegung gestartet wird. Das passiert, weil die Verklebungen unter Haut so stark sind, dass das Gewebe nicht mehr gleiten kann.

Sollte nicht jede Narbe nach einer Operation getestet und behandelt werden?

Da sich die Bildung einer Narbe und die Entstehung von Verklebungen im Gewebe und Verwachsungen im Bauchraum nicht verhindern lassen, ist es wichtig einen achtsamen Blick auf die Veränderungen im gesamten Körper zu haben. Jede Narbe kann effektiv und einfach mit dem LK-Narbentest auf Verklebungen und Einschränkungen hin geprüft werden. Dadurch ist es möglich klar und schnell festzustellen, ob und wie die Narbe die Beweglichkeit des ganzen Körpers mitbeeinflusst und ob eine weitere Behandlung nötig ist.

Auch das verspätete Auftauchen (bis zu Wochen und Monate nach der Operation) von Verspannungen und Schmerzzuständen in anderen Bereichen des Körpers steht oft ursächlich mit den Narben und Verklebungen in Verbindung. Manche Narben und Verklebungen werden anfangs vom Körper so gut ausgeglichen, dass ihre Folgen erst im Laufe von Jahren sichtbar werden, wenn die Elastizität im Körper abnimmt und die Lebensgeschichte weiter Spannung anhäuft.

Symptome in Zusammenhang mit

Narbe und Verklebungen

Warum ist es möglich, dass sich Schmerzen woanders zeigen als im betroffenen Gebiet bzw. für welches (vielleicht ungewöhnliche) Symptom könnte meine Narbe die Verursacherin sein?

Da das Gewebe rund um die Narbe und die Verklebungen oft sehr verdichtet und verknotet ist, wird dieser Bereich quasi „ruhiggestellt“. Andere Gewebebereiche des Körpers sorgen jetzt dafür, diese Bewegungslosigkeit auszugleichen und stehen dadurch unter einer größeren Spannung als normal. Da Narbe, Verklebungen und Verwachsungen ohne Behandlung bleibende Veränderungen im Körper sind, kommt es zu keiner Entspannung in diesem Balancesystem. Mit der Zeit kann diese dauerhafte Überlastung dann zu Schmerzen führen, da das kompensierende Gewebe die Überforderung rückmeldet. Dazu zählen nach Operationen im Bauchraum beispielsweise folgende Symptome: Kiefergelenksbeschwerden, Schmerzen beim Gähnen oder Mundöffnen, Verspannungen in Schultern und Schultergürtel, Nackenverspannungen, Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, das Gefühl im Rücken „abzubrechen und sich nicht mehr bewegen zu können“, plötzliches Verreißen der Wirbelsäule, Steifigkeit, Schmerzen oder Blockaden in den Becken- und Hüftgelenken, Kurzatmigkeit, Atemschwierigkeiten (kurz oberflächlich), nicht mehr am Bauch schlafen können, Blasenprobleme, Regelschmerzen, PMS, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Knieschmerzen, unsichere Beinachse oder Probleme mit den Sprunggelenken.

Werden Beschwerden nach einer weiteren Operation an gleicher Stelle tendenziell größer?

Ja, das ist durchaus möglich. Die Wunde des ersten Eingriffes hat Spuren im Sinne von Narbe, Verklebungen, Verwachsungen und verminderter Beweglichkeit hinterlassen. Dazu kommt jetzt ein weiterer Eingriff mit einer neuen Wunde und den entsprechenden Folgen.

In jedem Fall ist es empfehlenswert, die Geschmeidigkeit und Beweglichkeit des Körpers vor dem erneuten Eingriff so gut wie möglich zu fördern, um die erneute Wundheilung in einem bewegten Umfeld stattfinden zu lassen und so Verklebungen und Enge vorzubeugen. Das kann mehrere Dinge beinhalten, um sowohl die Beweglichkeit als auch die Wundheilung bestmöglich zu unterstützen: z.B. Physiotherapie, Osteopathie, Yoga, Dehnungen, Bewegung, basische Ernährung, Entspannung oder Meditation.

Können Kaiserschnitt-Narben Regelschmerzen und Menstruation verstärken?

Ja, der Kaiserschnitt geht tief in den Bauchraum und in den tiefen Beckenraum hinein, was auch bedeutet, dass es Verklebungen bis in die Tiefen des Beckens geben kann. Wird der Uterus in seiner Beweglichkeit behindert oder eingeengt, ist das Resultat oft ein stärkerer Schmerz bei der Menstruation. Aber auch andere Symptome wie eine stärkere Blutung kommen immer wieder in diesem Zusammenhang vor. 

Kann es sein, dass meine Atembeschwerden mit dem Kaiserschnitt zusammenhängen?

Ja, das ist sogar ein sehr häufiges Symptom. Bei unserer Atmung müssen der Beckenboden und das Zwerchfell (der große Atemmuskel) zusammenarbeiten und miteinander schwingen können. Durch den Kaiserschnitt entstehen tiefe Verklebungen im Becken und behindern dadurch diese freie Schwingbewegung. Das Resultat ist tatsächlich, dass die Atmung nicht mehr tief ins Becken gelenkt werden kann und dadurch oberflächlicher bleibt. Es fühlt sich dann an, als würde man „zu wenig Luft bekommen“ oder „nur noch oberflächlich atmen können“.

Die gute Nachricht: Sobald die Verklebungen im Narbenbereich und Becken wieder gelöst sind, fließt die Atmung automatisch wieder tief ins Becken. Entspannung beim Atmen tritt ein.

Ich hatte zwei Kaiserschnitte und danach eine normale Geburt. Meine Narbe spüre ich in letzter Zeit immer wieder. Ist das normal?

Nein. In der Schwangerschaft wird der ganze Körper durch die Ausschüttung der Hormone weicher und nachgiebiger, wodurch mögliche Einschränkungen durch Narbe und Verklebungen von vorausgegangenen Kaiserschnitten leichter ausgeglichen werden können. Nach der Geburt und nach dem Abstillen verliert der Körper diese Extraelastizität wieder. Wenn die Narbe zieht, wetterfühlig oder irgendwie auffällig ist, ist das immer ein Anzeichen dafür, dass die Gleitschichten in diesem Bereich und in der Tiefe so stark verklebt sind, dass das umliegende bewegliche Gewebe nicht ausreicht, um die Bewegungseinschränkungen der Verklebungen und Verdichtungen auszugleichen.

Narben, die unauffällig sind, sollten weder zu spüren sein noch ein komisches Gefühl oder irgendeine Zugspannung oder Hautspannung auslösen können.

Der Weg, um diese unangenehmen Gefühle schnell und nachhaltig zu verändern, ist die Narbenbehandlung. Entweder selbst mit den                    LK-Eigenübungen oder bei einem zertifizierten LK-Therapeuten.

Mit meiner Narbe habe ich kein Problem. Aber mein Rücken/meine Schulter sind immer verspannt. Hat das etwas mit der Narbe zu tun?

Leider schon. Da der Körper von Kopf bis Fuß sowie von Innen und Außen mit Gewebe verbunden ist, wird Spannung durch den Körper weitergeleitet. Verklebungen und fehlende Beweglichkeit werden von frei verschieblichem Gewebe ausbalanciert, damit der Körper sich trotz Einschränkungen gut bewegen kann. Die Strukturen, die diese Kompensation übernehmen, sind per se aber nicht darauf ausgerichtet, ständig Spannung auszugleichen und reagieren mit der Zeit mit Schmerzen. Der LK-Narbentest lässt einfach und sicher feststellen, ob die chronischen Verspannungen mit der Narbe und den Verklebungen in Verbindung stehen.

 

Warum habe ich taube Stellen im Bereich der Operation? Was kann ich dagegen tun?

Taube Stellen zeigen an, dass in diesem Bereich die Nerven beeinträchtigt sind oder beschädigt wurden. Hängt die Beeinträchtigung mit einer unzureichenden Versorgung durch die Verklebungen im Gewebe zusammen, dann kehrt das Gefühl sukzessive im Laufe der LK-Behandlungen wieder zurück, sobald sich die entsprechende Geschmeidigkeit und dadurch verbesserte Versorgung im betroffenen Bereich wieder einstellt. In diesem Fall ist es selbst Jahre später noch möglich die Sensibilität in diesem Bereich zu verbessern und die Taubheit aufzulösen.

Sind jedoch durch die Operation Nerven dauerhaft beschädigt worden, kann es sein, dass manche Areale taub bleiben, selbst wenn das Gewebe wieder beweglich und weich wird.

Ich spüre weit entfernt von der Narbe immer wieder ein Ziehen im Gewebe. Hat das trotzdem mit der Narbe zu tun?

Ja. Die Narbe ist oftmals nur die Spitze des Eisberges, während die Verklebungen und Verwachsungen in den tiefen Gewebeschichten den Eisberg bilden, der weitaus großflächiger ist und sicher weit über die Narbengröße hinaus erstreckt. Da tiefe Verklebungen oft die Muskeln und die Bewegungen mitbeeinflussen, kommt es bei Bewegungen oder auch in Ruhe zu diesem ziehenden Gefühl. Das deutet auf Verklebungen in Gewebeschichten unter der Narbe hin.

Diese Verklebungen können mit dem Schaufelgriff und den LK-Eigenübungen genauso behandelt werden wie Verhärtungen, die direkt im Narbenbereich zu spüren sind. Auch wenn außen keine Narbe sichtbar ist, ist es möglich den Schaufelgriff auf die tief liegenden Verklebungen zu fokussieren, diese zu testen und zu behandeln.

Selbst ein Jahr nach meinem Kaiserschnitt habe ich immer noch ein reißendes Gefühl in der Narbe, wenn ich mich aufrichte oder strecke. Die Narbe ist noch gerötet und juckt immer wieder. Warum ist das so? Kann ich was dagegen tun?

Im Zuge der Heilung nach einem Kaiserschnitt schließt der Körper die äußere Wunde mittels einer Narbe. Wird die Narbe im Laufe der Zeit weiß und unauffällig, dann ist das ein Zeichen dafür, dass dieser Prozess abgeschlossen ist. Rötungen und Jucken deuten darauf hin, dass immer noch Umbauprozesse im Gange sind. Unelastisches und ungeeignetes Narbengewebe behindert eine normale Versorgung und Durchblutung in diesem Bereich.

Um die innere Wunde zu heilen, die sich durch viele Gewebeschichten bis in die Tiefe des Bauraums erstreckt, verbindet der Körper die betroffenen Gewebeschichten mittels Verklebungen und Verwachsungen. Diese können Sie sich wie „Seile“ oder „Knoten“ vorstellen, die sich nun zwischen Gewebeschichten aufspannen, die vorher frei zueinander beweglich waren. Daraus resultieren eingeschränkte Bewegungen. Diese Verklebungen erzeugen Spannung. Beim Aufrichten und Strecken müssen sich alle Gewebestrukturen gut mitbewegen können, um den Körper aufrecht zu verlängern. Wenn das nicht geht, weil das Verschieben der Schichten im Narbenbereich durch „Seile“, „Knoten“ und dichte Verklebungen verhindert wird, dann wird das als Ziehen oder Reißen empfunden.

Das gilt auch für die juckende und gerötete Naht.

Seit meinem Kaiserschnitt vor einem Jahr kommt es vor, dass sich mein Bauch bei schnellen oder ruckartigen Bewegungen zusammenkrampft. Kann die Narbe damit zu tun haben?

Die Narbe hinterlässt an der Oberfläche und die begleitenden Verklebungen in der Tiefe des Bauchraums zwischen den Gewebeschichten eine eingeschränkte Beweglichkeit und eine verringerte Elastizität nach dem Kaiserschnitt. Diese Folgen können Sie sich wie „Knoten“ in einem T-Shirt vorstellen. Von dort aus spannt sich der Stoff in alle Richtungen und Züge werden sichtbar. Diese „Knotenbildung“ passiert nicht nur an der Oberfläche, sondern auch in der Tiefe, wodurch Gewebeschichten und Muskelschichten miteinander verbunden werden, die vorher frei beweglich zueinander waren. Dadurch wird Spannung erzeugt, die Bewegungen behindern können, die deine Muskulatur und Organe im Bauchraum normalerweise brauchen. Es kann nun sein, dass Sie Verklebungen haben, die mit der Muskulatur in Verbindung stehen oder sich an innere Bauchstrukturen anhängen. Bei schnellen oder ruckartigen Bewegungen reißen diese Verklebungen an Strukturen, die im Normalfall solch einer Belastung nicht ausgesetzt sind und der Bauch krampft. Es kann sein, dass der Körper bei langsameren Bewegungen genug Zeit hat, um Kompensationen oder neue Bewegungsmuster in die Wege zu leiten, um nicht zu krampfen.

Die Naht ist noch nach mehreren Jahren taub. Kann man da noch etwas machen?

Im Zuge des Hautschnittes werden feine Nerven und Schmerzrezeptoren verletzt, die der Körper versucht im Anschluss wieder zu reparieren. Im Zuge der Reparaturprozesse entstehen Verdichtungen, die sich verhärtet und unelastisch anfühlen können, die die Sensibilität und Reizleitung der Nerven verändern und verhindern können. Dadurch kann Taubheit zurückbleiben. Je besser die ursprüngliche Geschmeidigkeit des Gewebes wieder hergestellt werden kann, desto wahrscheinlicher ist auch die Rückkehr einer normalen Sensibilität der Haut und des Gewebes. Hier hilft zu jedem Zeitpunkt die konsequente Durchführung einer LK-Narbentherapie, bis das Gewebe wieder weich und elastisch ist.

Sollten jedoch während der Operation Hautnerven wirklich geschädigt worden sein, dann ist es dennoch möglich, dass trotz beweglichem Gewebe ein Taubheitsgefühl zurückbleibt.

Vier Monate nach der Operation schmerzt meine Narbe immer, wenn ich mich auf den Bauch lege. Wieso ist das so? Soll ich die Bauchlage vermeiden?

Beim Kaiserschnitt entstehen während des Heilungsprozesses die äußerlich sichtbare Narbe und unsichtbar unter der Haut in der Tiefe des Operationsgebietes im Gewebe Verklebungen und Verwachsungen. Diese Verbindungen kann man sich wie „Seile“ oder „Knoten“ vorstellen, die sich nun zwischen Gewebeschichten aufspannen, die vorher frei zueinander beweglich waren. So entstehen feste und wenig elastische Verdichtungen und Verbindungen, die von der Hautnarbe bis in die Tiefe des Unterbauchs, bis zur Gebärmutter, reichen können. Wie ein „Knoten“ in einem T-Shirt schnürt und rafft es jetzt die vorderen Gewebeschichten des Körpers zusammen. Das hat zur Folge, dass die Verschiebeschichten in diesem Bereich vermindert werden. Wollen Sie sich nun auf den Bauch legen oder die Arme über den Kopf hinaus dehnen, bedeutet das, dass Sie die Vorderseite des Körpers verlängern und strecken können müssen. Das betrifft dann auch die verdichteten Gewebeschichten unter der Narbe. Über feine Nerven und Schmerzrezeptoren, die in diese verdichteten Bereiche eingewachsen sind, meldet der Körper nun mittels Zuggefühl oder Schmerz, dass diese Bewegungen eingeschränkt sind und das Verschieben und Verlängern der Gewebeschichten kaum oder nicht möglich sind. Ein Vermeiden der Bauchlage würde zwar den Schmerz umgehen, aber die Ursache des Problems nicht lösen.

Mit den LK-Eigenübungen ist es möglich genau diese verklebten Schichten wieder zu befreien und die Bauchlage und Bewegung schmerzfrei zu ermöglichen.

Grundsätzlich gilt eine Narbe dann als gut, wenn sie in allen Richtungen frei beweglich ist und den Körper in keiner Bewegung derart einschränkt, dass sie nicht mehr ausführbar ist.

Vorbereitung auf eine Operation, Unterstützung

von Wundheilung und Therapie

Was kann ich vorbereitend auf eine Operation tun?

Je beweglicher und entspannter Körper und Geist in die Operation gehen, desto besser für alle anschließenden Heilungsphasen. Das bedeutet, dass im Vorfeld der Körper mit Hilfe von LK-Therapeuten, Osteopathen, Physiotherapeuten, Körpertherapeuten oder mittels Massagen im Sinne eines entspannten Gleichgewichtes vorbereitet werden kann. Zusätzlich hilft das Herstellen eines basisches Milieus im Körper: Eine basische Ernährung im Vorhinein hilft mit den Entzündungsprozessen nach der Operation besser umzugehen.

Ein liebevoller Umgang mit sich selbst und die konkrete Auseinandersetzung mit dem, was eine Operation individuell bedeutet, können dabei helfen, die Angst zu reduzieren und eine entspannte innere Haltung einzunehmen. Mediationen, mentales Training und gute Gespräche sind ebenfalls eine gute Unterstützung.

Wie kann ich die Narbentherapie noch unterstützen?

Eine Operation hinterlässt von der Oberfläche bis in die Tiefe viele Verklebungen im Gewebe und im Bewegungssystem zwischen Muskeln und Faszien. Sie hinterlassen dort Verdichtungen und Enge. Besonders am Anfang ist es wichtig, angepasst an den Schmerz möglichst wenige Schonhaltungen einzunehmen bzw. diese baldmöglichst wieder aufzulösen. Eine gute und tiefe Bauchatmung fördert die Beweglichkeit der tiefen Schichten bis tief ins Becken hinein, da der Beckenboden und der Atemmuskeln miteinander schwingen. Weiters können Sie über unterschiedliche Schlafpositionen wie Bauchlage, Seitenlage, Rückenlage, Halbseitenlage das Verschieben der Schichten in weiteren Richtungen unterstützen. Wichtig ist, dass Sie die Tage nach der Operation schmerzangepasst (!) trotzdem möglichst abwechslungsreich und bewegungsbunt gestalten, um Ihre Beweglichkeit gut zu unterstützen und zu fördern.

Bei der Narbentherapie geht es um viele Schichten im Gewebe, die alle wieder zueinander – in den unterschiedlichsten Richtungen – gleiten sollen. Eine regelmäßige Anwendung der LK-Eigenübungen kann hier wichtiger Beitrag dazu sein, das Körperwohlgefühl und die Beweglichkeit des Gewebes zu fördern. Die Übungen lassen sich jederzeit (auch im Alltag) bei Bedarf anwenden. So kann man Zuggefühle direkt behandeln und wieder Raum statt Enge herstellen.

Ich habe bald einen Wunschkaiserschnitt. Was kann ich tun, um die inneren Narben und Nähte zu unterstützen? Bei der Narbenmassage geht es ja mehr um die Haut, oder?

Das ist völlig richtig. Die Narbenmassage unterstützt die Narbe bzw. die oberflächlichen Gewebeschichten darin weich zu werden. Der Kaiserschnitt zählt zu den größten gynäkologischen Operationen und das innere Wundfeld ist viel größer als man von außen vermuten könnte. Da die Gebärmutter ihren Sitz bei normaler Größe tief im Becken hat und bei einem Kaiserschnitt alle Schichten bis inklusive Gebärmutter geschnitten oder gerissen werden, bedeutet das, dass das Wundfeld und die Verklebungen, die während der Heilung entstehen, bis tief ins Becken hineinreichen. Auch der Bauchfellsack, der alle Organe umhüllt, wird innen bis zum Nabel aufgerissen, um genügend Platz für das Herausholen des Babys zu schaffen. Das heißt, die unsichtbaren, inneren Narben reichen einerseits bis in die Gebärmutter hinein und andererseits bis zum Nabel hinauf. Die Verklebungen und Verwachsungen, die während des Heilungsprozesses entstehen, können Sie sich wie „Seile“ oder „Knoten“ vorstellen, die sich nun zwischen Gewebeschichten aufspannen, die vorher frei zueinander beweglich waren. Das betrifft sowohl die Gewebeschichten direkt unter der Narbe als auch im Inneren des Unterbauches. Insgesamt sind Verklebungen und Verwachsungen verdichtete Strukturen, die weniger Bewegung zulassen und dadurch die Flexibilität und Verschieblichkeit einschränken.

Was Sie in jedem Fall von Anfang an tun können: Unterstützen Sie die Heilung, indem Sie (ab Tag 1) immer gut in den Bauch atmen! Da bei der Atmung das Zwerchfell und der Beckenboden zusammenarbeiten und miteinander schwingen, ist es möglich so alle Bauchfellschichten bis tief ins Becken beweglich zu halten. Dabei soll sich der Unterbauch bei der Einatmung hinauswölben und gleichzeitig in den tiefen unteren Rücken ausdehnen und bei der Ausatmung leicht einziehen lassen. Wenn Sie im Stehen atmen, achten Sie darauf, dass Sie sich bei der Atmung gut aufrichten und nicht „zusammenfallen“.

Weitere Empfehlungen finden Sie im Ratgeber „Narben nach Bauchoperationen – Selbsthilfe nach dem Liedler-Konzept“, erschienen 2024 im Springer Verlag.

Eine gute Begleitung durch einen Osteopathen oder Physiotherapeuten, der sich auf die Nachbehandlung von Narben, Verklebungen und Verwachsungen oder auf den gynäkologischen Bereich spezialisiert hat, ist in jedem Fall empfehlenswert!

Fragen zu den LK-Eigenübungen – Anwendung

Wie lange und wie oft soll ich mich mit den LK-Eigenübungen behandeln?

Die LK-Eigenübungen sind so konzipiert, dass sie sich täglich oder alle zwei Tage in den Alltag einbauen lassen und bei Bedarf angewendet werden können. So hat die LK-Klotanzübung ihren Namen deshalb, weil sie am besten auf der Toilette in den Alltag eingebettet werden kann, ohne, dass man sich viel extra Zeit nehmen muss. Jedes Mal, wenn Sie auf die Toilette gehen, führen Sie die LK-Klotanzübung anhand von ein oder zwei Falten durch. Die Übung selbst dauert 30 bis 60 Sekunden. Sollten Sie Beschwerden untertags bei bestimmten Bewegungen spüren, ist es möglich direkt an der auffälligen Gewebestelle die LK-Eigenübung durchzuführen, die Verschiebeschicht zu befreien und nachhaltig zu verändern. Auch hier bedeutet der Zeitaufwand für die Übung zwischen 30 bis 60 Sekunden.

Können Sie wieder tief in den Bauch atmen, fühlen Sie sich frei beweglich, ist die Narbe unauffällig und friedlich, haben mögliche Verspannungszustände nachgelassen? Sobald alle Bewegungen im Alltag und beim Sport wieder durchführen können, ohne ein Ziehen zu spüren oder sich beeinträchtigt zu fühlen, deutet das daraufhin, dass Sie die Narbe gut und ausreichend behandelt haben.

Die genaue Beschreibung finden Sie im Ratgeber „Narben nach Bauchoperationen – Selbsthilfe nach dem Liedler-Konzept“, erschienen 2024 im Springer Verlag.

Kann es sein, dass der Schaufelgriff auch ohne Narben unangenehm oder schmerzhaft ist? Sind das dann auch Verklebungen?

Ja, auch ohne Operationen und sichtbare Narben kann es zu Verklebungen im Gewebe kommen. Die Auslöser dafür können sehr unterschiedlich sein: So können beispielsweise langanhaltende entzündliche Prozesse, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Blinddarmentzündungen oder Verdauungsprobleme eine hohe Spannung im Bauch erzeugen, die zu strukturellen Veränderungen im Gewebe führt. Auch eine Endometriose erzeugt Verklebungen tief im Becken und Bauchraum, ohne äußerlich sichtbar zu werden. Viel Stress über eine lange Zeit kann ebenfalls eine Enge im gesamten Gewebe verursachen, auf die der Körper auch mit Anpassungsreaktionen im Sinne von Verklebungen reagieren kann. Im Vergleich zu Verklebungen und Verwachsungen, die durch das Wundfeld einer Operation entstehen, ist es leichter diese „natürlichen“ Verklebungen wieder umzubauen und zu verändern.